Salzwasserstreifzüge…

…zugegeben, ich habe eine Vorliebe für gestreifte Seemannshemden, Pullover, Shirts … wie auch immer. Und die Geschichte dazu finde ich ebenso faszinierend, führt sie doch geradewegs in die Kombüse, bzw in meine Küche..

Da im Frankreich der 1800ter Jahre der Fischfang kein so ganz einträgliches Geschäft war, nahmen die Fischer gerne frischen guten Knoblauch mit an Bord um ihn an der englischen Küste wie ihren Fang zu verkaufen.. (Knoblauchhändler auf französisch … marchand d’ail) und die von den Engländern nicht so gut verstandene Bezeichnung verwob sich mit den bretonischen Pullovern zu Chandail…

Nun in meiner Küche taucht heute die bretonische Meerbarbe auf zusammen mit einer frisch aufgeschlagenen Aioli, verfeinert mit Sezuanpfeffer, welcher ihr noch den grapefruitartigen Frischekick verleiht. Und auf dem Streifzug durch das Meer begleitet wird von allerlei Meeresgetier, wie Scampi, Jakobsmuscheln und Octopus..

Für den Landgang stehen glasierte Schwarzwurzeln und grüne Bohnen, nebst in Wermut und Weisswein Essig gepickelten Zucchini…

Und schon ruft die Sehnsucht nach Salzwasser an und tanzt mit mir in der Küche und auf der Zunge.

F(r)isch gegabelt

… oder ein Meeresungeheuer in der Küche.

Ganz so ungeheuerlich ist es nicht. Den tanzenden Schneeflocken draussen zum Trotz wird die Küche eingeheizt und mit sommersonnenschönen Rhythmen zum Leben erweckt. Der Gaumen schwelgt im Ferienmodus und die Gedanken schweifen ab in Richtung Atlantik. Schwarzer Lava Sand, tiefrote Sonnenuntergänge, das Singen der Zikaden im Wechselspiel zu den Möwen… kleine grüne, fleischige Pflanzen welche dem Wind trotzen und sich in Felsspalten festklammern. Sand zwischen den Zehen und Salz auf der Haut… ein Spiegelbild dessen lockt mit seinen Düften in der Küche und sehnt sich nach dem Meer, vorerst auf dem Teller.

Gesellschaft leistet mir dabei ein roter Drachenkopf und Salicorn, Mönchsbart, schwarzer Reis, Wasserkresse, Artischocken, eine Cedri und was ich sonst noch mit den Küsten meiner Träume verbinde.

Random thoughts…

Winterferne Sommersehnsucht

Wenn man dem Regen entkommen will,

muss man ins Wasser gehen.

Wenn der Regen fällt,

muss er sich mit Sonne wie mit Salz vermischen.

Wenn der Mensch sein will, muss er Meer und Schatten,

Salz und Sonne in sein Dasein mischen.

(Auszug aus: Regen in Magens Bay, John Updike)

Travels n Thoughts

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

Kennst du es wohl?

Dahin, dahin

Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.

Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,

Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:

Was hat man dir, du armes Kind, getan?-

Kennst du es wohl?

Dahin, dahin

Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg.

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut.

Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.

Kennst du ihn wohl?

Dahin, dahin

Geht unser Weg.

O Vater, lass uns ziehn!

Goethe

… no random thought!….

Nachweihnachtlicher vorsätzlich bewusster thought..

vielleicht der bewussteste den ich je veröffentlicht habe… er verbindet den gelöschten und den neuen Blog. Ist verständlich und doch anders. Soll ins neue Jahr tragen. Soll den Puls beschleunigen und leben!

„Schönes Wetter“

Dies flache weite Blau ist nicht mein Meer;

Hier liegt im Sonnenglanz ein süsses Nass,

Das dieser Küste gut markierte Wehr

Mit leisem Kräuseln wäscht ohn Unterlass.

Mein Meer ist’s nicht, das demutsvoll bespült

Den glitzrig warmen Sand, den Strand so plan.

Ich brauche Wellen, stärker aufgewühlt;

Man hasst die Flaute, kennt man den Orkan.

Drum stürz die Liebe wieder über mich

Mit tausend Brechern tosend wild herein,

So Grausam jäh, wie sie einst kam und wich;

Mit Donnerbraus nah ihrer Fluten Pein

Und lass bei Ebbe dann im Herz zurück

Nur Algen und vom Wrack ein Splitterstück.

Dorothy Parker

(Veröffentlicht in einem grossartigen Gedichtband beim Dörlemann Verlag)

Nach Hause telefonieren… Random Thoughts

Manchmal bleibt die Zeit einfach stehen, verharrt, so als wäre es überhaupt nicht wichtig dass sich die Erde weiterdreht. Wie ein Augenblick zum Atem holen. Innehalten. Meist sind das Momentaufnahmen um das eigene Bewusstsein zu schärfen. Im besten Fall erkennt man es. Oder später und dann hält sie ein zweites mal inne.. und offenbart ihre Art zu sagen, schalte mal ab und lerne Müssiggang. Schau nicht auf den Screen der Erleuchtung des Mobiltelefones, sondern geniesse den Tag. Einfach so bummeln und geniessen, ohne zwanzig SMS & Co… nicht das es schlecht ist so etwas zu haben .. aber irgendwann ging es auch ohne.. verrückte Vorstellung, man hatte Kleingeld dabei rief an und die Verabredung war klar, bedurfte keiner ewigen Rückversicherungen. Manchmal muss man einfach nur einmal telefonieren und den Rest .. dann ist es doch viel spannender. Und beim warten toll den länger werdenden Schatten beim Espresso zuzuschauen und die Welt, Welt sein zu lassen.. auch wenn Telefonzellen und R-Gespräche was für ET sind.

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Ruggedkitchen am „kleinen“ Meer

Fast 28 Jahre ist es her, jugendlichem Leichtsinn, oder Abenteuerdrang zu schulden mit mehr, oder weniger gutem Ausgang, da schwing ich mich auf ein Fahrrad, mühsam erspart, erkämpft in wochenlanger Arbeit in einer Autowerkstatt. Die Erinnerung an die Reise möglicherweise milder und weichgezeichet. Eine mühsame Reise der Sehnsucht folgend nach Süden (immer und immer wieder, schon damals), doch immer noch nicht ganz angekommen.. die Insel der Sehnsucht gefunden, aber dies ist eine andere Geschichte. So möchte ich in Anlehnung an damalige Erlebnisse, mit der Ruggedkitchen auf anderem Nivo als Campingkocher, Tribut zahlen der Landschaft und der Küche, den einfachen Menschen am Wegesrand.
Dem Wind, welcher über zerklüftete, karstige Hügel und Felsen strich und im Mistral endete, der angeblich als Entschuldigung für alles gilt und dem Duft, Geruch, welcher ihm folgt in die kleinen Natursteinhäuser, die mit ihren freundlichen Bewohnern mich bewirteten. Die Provence, mein Ziel für die Küchenreise. Die mediterrane Küche mit ihrer einfachen, ehrlichen Art, in der alle Zutaten für sich sprechen.
Alle davon erzählen ihre eigene Geschichte von Arbeit, Sonne und Zeit.
Die nehme ich mir und geniesse das kochen und den Genuss als solches auch.
Im Ohr das Zirpen der Grillen, den Geruch der Pinienwälder und der Wellenschlag in den Calanques.
Tricolore Française, mit blauen Kartoffeln einem Weissfisch (Merlan), filetiert und gefüllt mit Fenchel, Tomaten Oliven und Kräutern.
Währenddessen ein guter Schluck eines fast in Vergessenheit geratenen Aperitifs, namens Byrrh (rot).

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Eingebrockt und ausgelöffelt …

Nein, meine Suppe ess ich nicht, oder für Suppenkasper und andere Essensnörgeler die auf dem Teller, oder in der Schüssel rumstochern… tja rumstochern kann durchaus lecker und frisch sein. Erfrischend nach der Arbeit eine „Pokebowl“ weckt den Genusssinn wieder auf und den Geschmackssinn ebenso. Da bereitet ein stochern doch Freude. Vor allem, wenn in so einer Schale die Vielfalt des Sommers enthalten ist, wie Mango, Melone, knackige Erbsensprossen, welche in ihrer Süsse perfekt mit gegrillten langostinos harmonieren. Eine Handvoll Quinoa und etwas schärfere Kresse, Chili und Limetten und los geht der Zungenzauber.

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