…Sternenflocken und Hyggebällchen…

Die Schneeflocken treiben wild vom Wind getrieben über dem Wald und vor dem Fenster. Kleine Kristalle, sternengleich.. wenn man nach ihnen greift schmelzen sie , zerbrechlich wie funkelnde kleine Scherben in denen sich das Licht bricht.

Sind sie jedoch nie weg die Sterne und Flocken, wir sehen sie nur anders.

Wenn es draussen kalt ist, dass der Winter unter die Jacken kriecht und meint er müsste in die Wangen kneifen. So, dass sogar die Rehe am Morgen fast nicht mehr auf die Lichtungen kommen, ist es genau richtig die Küche einzuheizen und etwas zu zaubern, das auf den ersten Blick auch so aussieht, wie etwas Bekanntes, aber nein es ist etwas Anderes, anderer Blick.

So gibt es die Hackbällchen, völlig hygge oder so, einmal ohne Fleisch.. und viiiel besser und geschmacksintensiver, aus Steinpilzen, Champignons und Wurzelgemüse, eingebettet in

Kürbisscheibchen und Rauke

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Summer gone….

Summer gone, now winter’s on its way….

„Wintersong“

Und der Winter naht mit grossen Schritten, als hätte er es eilig mit weich fallenden Flocken alles zu bedecken, was war und das Jahr ihm überlassen hat. Den blühenden Frühling, den Sommer, der so wundervoll begann .. auch den Herbst mit bunt strahlendem Laub, die rot leuchtenden Äpfel und die Grashalme, durch die man schnell noch barfuss laufen konnte.

Aber auch die klare Luft, die Atemwolken vor sich hertreibt, bei einem Waldspaziergang hat etwas schönes.

Zeit um innezuhalten, auch und Kraft zu schöpfen für die letzten Tage des alten Jahres. Um ein neues beginnen zu können. Und was kann man dazu am besten brauchen.. den Eichhörnchen im Wald werden wohl noch genug Nüsse bleiben und den Rest gibts mit crunchy Müsli als kleine Kraftbomben..

Ich freu mich schon jetzt darauf den richtigen Schnee unter den Sohlen knirschen zu hören und mit Thermoskanne und Rucksack durch den Wald zu streifen.

Die Tannenzapfen duftend in der Tasche.. oder einfach nur die Kerzen scheinen zu lassen.

Ruggedkitchen am „kleinen“ Meer

Fast 28 Jahre ist es her, jugendlichem Leichtsinn, oder Abenteuerdrang zu schulden mit mehr, oder weniger gutem Ausgang, da schwing ich mich auf ein Fahrrad, mühsam erspart, erkämpft in wochenlanger Arbeit in einer Autowerkstatt. Die Erinnerung an die Reise möglicherweise milder und weichgezeichet. Eine mühsame Reise der Sehnsucht folgend nach Süden (immer und immer wieder, schon damals), doch immer noch nicht ganz angekommen.. die Insel der Sehnsucht gefunden, aber dies ist eine andere Geschichte. So möchte ich in Anlehnung an damalige Erlebnisse, mit der Ruggedkitchen auf anderem Nivo als Campingkocher, Tribut zahlen der Landschaft und der Küche, den einfachen Menschen am Wegesrand.
Dem Wind, welcher über zerklüftete, karstige Hügel und Felsen strich und im Mistral endete, der angeblich als Entschuldigung für alles gilt und dem Duft, Geruch, welcher ihm folgt in die kleinen Natursteinhäuser, die mit ihren freundlichen Bewohnern mich bewirteten. Die Provence, mein Ziel für die Küchenreise. Die mediterrane Küche mit ihrer einfachen, ehrlichen Art, in der alle Zutaten für sich sprechen.
Alle davon erzählen ihre eigene Geschichte von Arbeit, Sonne und Zeit.
Die nehme ich mir und geniesse das kochen und den Genuss als solches auch.
Im Ohr das Zirpen der Grillen, den Geruch der Pinienwälder und der Wellenschlag in den Calanques.
Tricolore Française, mit blauen Kartoffeln einem Weissfisch (Merlan), filetiert und gefüllt mit Fenchel, Tomaten Oliven und Kräutern.
Währenddessen ein guter Schluck eines fast in Vergessenheit geratenen Aperitifs, namens Byrrh (rot).

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Eingebrockt und ausgelöffelt …

Nein, meine Suppe ess ich nicht, oder für Suppenkasper und andere Essensnörgeler die auf dem Teller, oder in der Schüssel rumstochern… tja rumstochern kann durchaus lecker und frisch sein. Erfrischend nach der Arbeit eine „Pokebowl“ weckt den Genusssinn wieder auf und den Geschmackssinn ebenso. Da bereitet ein stochern doch Freude. Vor allem, wenn in so einer Schale die Vielfalt des Sommers enthalten ist, wie Mango, Melone, knackige Erbsensprossen, welche in ihrer Süsse perfekt mit gegrillten langostinos harmonieren. Eine Handvoll Quinoa und etwas schärfere Kresse, Chili und Limetten und los geht der Zungenzauber.

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Sommersüden später…

Zurück aus dem Süden, dem zu Hause der Seele, dem unendlichen Atlantik.
Das gleissende Licht der Sonne weicht dem milderem, schon beinahe herbstlich anmutendem Licht, welches Farben und Konturen stärker zeichnet, zurückholt in die Gegenwart, aber den Sommer noch immer in sich hält. In der Erinnerung noch immer den salzigen Geschmack des Ozean und das Brennen auf der Haut. Kaum angekommen das Bedürfnis nach einiger Zeit wieder aufzubrechen. Die Unruhe eines Pessoa als Konstante. Wer sie erlebt und aufgenommen hat, die Kraft der Wellen, wird sie immer suchen. Eine Kraft, ein Sog, welcher immer da ist. Einmal getragen auf einem Brett durch die Wellen und Schaumkronen.. eine Erfahrung, die sich nicht teilen, nur mitteilen lässt.
Selbst wenn Stunden damit vergehen, nur auf diese eine Welle zu warten. Diese eine ist es und wird zur immerwährenden Sehnsucht.
Ein mildes Betäubungsmittel, zur Linderung daheim gibt nur der Geschmack von Meer und Fisch. Auch wenn es nicht der Sehnsuchtsheimat entspricht, so doch verbunden durch das ewige Meer gibt es Ceviche in der Ruggedkitchen!
Fisch pur! Kompromisslos einfacher Geschmack der See mit der Frische des Sommers.

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Mehr vom Meer gesucht…

Mehr vom Meer gesucht und gefunden. Weil die Ruggedkitchen in der Meersucht nach mehr sucht gibts den Geschmack von Salzwasser und den wilden Küsten des Atlantik pur auf den Teller. Diesmal in Form von Dorade aus dem Ofen, gefüllt mit Thymian, Zitrone und Knoblauch (mehr braucht es nicht). Und einer Algenbutter, schaumig geschlagen aus Rahm, Zitronenschale, Koriander und natürlich eben Algen, das gibt den extra Kick Meer 😉
Erdäpfel auch nicht grad vom Baum gefallen, und herrlich duftende Paradiesäpfel in sommerlichem Rot freuen sich mindestens so wie ich darüber.
Das Zitronige und salzige auf der Zunge vereint bringt mehr von Meersucht und Sehnsucht nach dem knirschen von Sand zwischen den Zehen und Vorfreude auf Ruggedkitchen auf dem Weg nach Süden… dem Sehnsuchtssüden entgegen

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Wichtiges Boardmeetig

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… in so manchem Meeting hat man wohl das Gefühl, das stundenlang Körner gezählt werden und die Luft wärmer und wärmer wird. Das Licht kommt gefiltert, dämmerig durch die elektrischen Jalousien.. gedämpfte Atmosphäre, von Frische keine Spur mehr.. die „Mitgefangenen“ träumen sich nach draussen ins echte Leben.
Darum gibts Körnerzählen bei mir auf die andere Art heute. Körner in Form von Couscoussalat, helles Licht, volle Sonne und Frische, kühles Wasser (nicht aus dem Spender).
Mein „Boardmeeting“ mit mir 😉 draussen.
Ist mindestens ebenso wichtig. Und so möchte ich dann noch viele Meetings haben.

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… bitte mehr lazy days!

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Sonnendurchflutete Tage und laue Sommerabende, barfüssig laufen, die Grashalme zwischen den Zehen spüren. Einen ebensolchen zwischen den Lippen, und den Hut schräg auf dem Kopf.
Einfach den Tag verstreichen lassen und sich dem Müssiggang widmen.
Müssiggang ist schon als Wort recht spannend, ist es doch im Duden eingeklemmt zwischen: Musselinen, müssen… und Müssiggänger…also dem, Zeitdruck, und einem sommerlich leichten Stoff auf der Haut und dem „müssig“ gehen.. laufen, spüren der Grashalme, hören der Grillen und der schrillen Pfiffe der Bussarde von oben, die schwerelos dem Zeitdruck zu entschweben scheinen.
Müssiggang so auch in meiner Küche, leicht und fröhlich den Sommer auf den Teller bringen mit all seinen Freuden vom Markt. Der Duft von, Randen, Erbsen, roten Zwiebeln, Knoblauch und Spinat, Walnüsse und frischer Thymian nicht zu vergessen, breitet sich aus und füllt die Küche und die Luft über den Balkon hinaus . Ein leichter Salat aus Wasserkresse, Spinat, Papayastreifen und den restlichen Randenblättern bringt die Erfrischung dazu. Auf der Haut prickelt die Sonne nach und auf der Zunge ein Rosé.
Voila, Müssiggang ich bin bei dir..!

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Das Glück im „einfachen“ Essen…

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Manchmal muss nicht immer nur alles besser werden, sondern einfach gut. Also Einfach und Gut ! Und so bekommen manche Dinge einen anderen Blickwinkel beigemessen und etwas anscheinend Banales einen Wert. Den Wert den wir ihm beimessen. So auch ein auf den ersten Blick simples Abendessen, welches auch sehr schnell geschehen kann.. oder auch im Genuss enden kann und in Gaumenfreuden und schwelgen.
Hier ist es Meersucht, die mehr sucht, aber im kleinen versteckt. Salzkartoffeln und Fisch als schnelles Mahl ist ja nun keine grosse Sache … aber doch. Es gibt eine schier unendliche Vielfalt an Kartoffeln. In meinem Fall, wunderbare französische mit einem leicht nussigem Aroma, Steinbutt der sein Gegenstück nicht einfach nur in einem Pesto findet. Das „Pesto“ eine Mischung aus Estragon, Petersilie, Basilikum, Minze, Schalotten, Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl, Senf und für den Kick, Anchovis. So bekommt der Butt noch etwas besonderes. Und ja richtig, Kartoffeln mit Butter … ok. Auch da gibt es so viel schönes.. wie in diesem Fall mein absoluter Favorit, ebenfalls aus Frankreich.. gesalzene Butter mit Olivenöl und Zitronenschale. Wenn das mal nicht rockt! Frisches Olivenbaguette und knackige Radieschen. So lass ich mir das doch gerne gut gehen. Und dazu ein Schwarzbier für „echte“ Seebären 😉
Auch wenn der Störtebeker kein Franzose war…
siehe da, aus dem Banalen wird ein Fest. Cheers!

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Sehnsuchtssüden in der Küche

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Dort, im Süden der Sehnsucht sind sie, die
schattigen Gassen, das Sonnenlicht ausschliessend um die Hitze des Tages zu vermeiden. Und auch die Häuser mit ihren dicken Mauern, die durch Wäscheleinen verbunden, gefüllt mit gebleichten Laken und gestärkten Hemden aneinander festhalten.
Unter geduckten Dächern alter Schindeln und Steine münden münden die Gassen in offenen Plätze mit Brunnen aus denen kühles Nass sprudelt.
In den Hauswänden kleine Nieschen mit Schutzpatronen und Blumen, sowohl dankend, als auch bittend.
Die Farben eher erdig und einfach gehalten. Keine aufmerksamkeitsheischenden bunten Töne. Es ist ein kleiner ruhiger Ort, umgeben von krustig, salziger Erde an der Küste an dem dies alles spielt. Sie erzählen von schwieliger Hände Arbeit und von Herzlichkeit, vom langsamen zur Ruhe kommen im Einfachen.
Etruskische Fresken runden das Bild ab und erzählen von seefahrenden Völkern, Fischern und Bauern, die von ihren Reisen Gewürze und Samen mitbrachten, welche in ihrer Vielfalt diese herrliche Grundlage der mediterranen Küche bieten. Kulturen und grenzüberschreitende Einigkeit die so harmonisch ist, dass es auch sonst so sein sollte.
Vielleicht brachten sie die Hülsenfrüchte mit, Linsen, die ihre Verbreitung im Mittelmeerraum haben und perfekt passen zum Mönchsbart, der sich als Salzgewächs (schnell blanchiert)perfekt kombinieren lässt mit Wiesenspargel (kurz angebraten) und Bohnen. Tomaten am Stängel gebacken geben noch mehr Sonne mit hinein. Und noch ein paar Gemüse mehr, wie Fenchel und Staudensellerie den richtigen Biss 😉
Um der Augenweide und dem Gaumen noch ein wenig mehr Freude zu machen Walnusskerne und Granatäpfelkerne.
Beinahe hätt ichs vergessen … das Meer das unter dem azurblauem Himmel ruht schenkt noch ein paar Garnelen.
Schöner kann der Sehnsuchtssüden kaum sein.

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